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Ergriffen gedenken die 4 französischen Widerstandskämferinnen, Marceline Troudet aus Bubry, Germain Denise ais Mayenne, Odette Alice Thirion aus Bar-le-Duc und Suzanne Charlotte Renard aus Chalon, ihrer im Zwangsarbeitslager Roederhof des KZ Ravensbrück ermordeten Kameradinnen. Bei einem Empfang des Rates der Kreisstadt für die französischen Gäste erklärte vorgestern Abend Bürgermeister Gerhard Dorbritz: „Sie können die Versicherung mitnehmen, daß wir in der Deutschen Demokratischen Republik alles tun werden, damit von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgeht. Wir wollen mit Ihrer Hilfe versuchen, die Geschichte des Roederhof-Lagers noch gründlicher, noch exakter darzustellen. Auch werden wir uns bemühen, die Adressen vom letzten und vorletzten Kommandanten dieses Lagers festzustellen und Ihnen zu übermitteln, damit diese Unmenschen nicht ungestraft bleiben.“ In sehr bewegten Worten dankte Frau Troudet für die Aufnahme in Belzig und für die Anteilnahme der Bevölkerung: „Ich bin sehr glücklich darüber – das kann ich gar nicht in Worten ausdrücken –, daß Sie für unsere Kameradinnen einen Gedenkstein eingeweiht haben, und über die Geschenke, die Sie uns überreichten. Das wird für immer in unserer Erinnerung bleiben und zugleich in unserer Erinnerung etwas auslöschen, obwohl das, was wir hier einmal erlebten, sehr schrecklich war.“ Herr Dr. Troudet versicherte im Namen der französischen Widerstandskämpferinnen: „Wir danken aufrichtig für die uns gewährte Gastfreundschaft. Tief bewegt uns, daß die Bevölkerung Ihrer Stadt so großen Anteil nahm.“ Den französischen Gästen wurden Bildmappen, Görzker Bärbel-Puppen und Sandmännchen, Geschenke der Schüler aus der Sonderschule und mehrere Exemplare der Festschrift zur Burgfestwoche überreichten.

Foto: Walter Lumpe


 

Quelle: Kreisarchiv Potsdam-Mittelmark, Zeitungsarchiv, Märkische Volksstimme vom 4.5. 1965